Der 1. Weltkrieg

"Benolpe - Geschichte einer Schulgemeinde" von Burkhard Lütticke

Der 1. Weltkrieg

1914 begann der 1. Weltkrieg. Auch die Bewohner der Schulgemeinde sollten schnell vom Krieg ereilt werden. Lehrer Hebler schreibt in der Chronik:

"Die schweren Gewitterwolken am politischen Himmel haben sich vereinigt und sind zur gewaltigen Entladung gekommen. Am Samstag, dem 1. August abends zwischen 7 - 8 Uhr wurde in Drolshagen die Mobilmachung der deutschen Armee bekannt gegeben. Sonntag 2. August war der 1. Mobilmachungstag. Aus der Schulgemeinde reiste einer zu seinem Truppenteil ab. Der Oberheizer Karl Engel, von der Torpedoabteilung.

Montag 3. August. Zu stellen hatten sich folgende:

1. Otto Stamm, Gastwirt, Benolpe
2. Joseph Kühr, Landwirt, Gelslingen
3. Heinrich Grütz, Walzmeister, Wormberg
4. Wilhelm Häner, Landwirt, Stupperhof
5. Joseph Engels, Maurer, Gipperich
6. Otto Bieker, Fabrikarbeiter, Belmicke"

In vaterländischem Begeisterungstaumel wurden die Kriegsteilnehmer aus dem Kirchspiel mit Fahnen, Blumen und Musik zum Bahnhof gebracht und verabschiedet. Doch der ersten Kriegsbegeisterung folgte bald die Ernüchterung. Die Todesmeldungen häuften sich. 1914/15 befanden sich aus der Schulgemeinde Benolpe 40 Männer im Krieg. Die Versorgungslage war zwar ernst, aber weniger schwierig als in den bevölkerungsreichen Städten. Eine große Zahl von Kindern und Jugendlichen aus dem Kohlenpott wurden im Kirchspiel aufgenommen und "durchgefüttert". 

Als der Krieg beendet war, gab es kaum eine Drolshagener Familie, die keinen Toten oder Vermissten zu beklagen hat. Im gesamten Kirchspiel zählte man 146 Tote und 10 Vermisste. Auch die Schulgemeinde Benolpe wurde von diesem Leid nicht verschont. Insgesamt kehrten 20 Männer nicht nach Hause zurück.

 


Quellenhinweis:
Hesse: Geschichte. S. 389
Hesse: Drolshagen. S. 90
StaD.: Sammlung Schulen 112