Die Nachkriegsjahre

"Benolpe - Geschichte einer Schulgemeinde" von Burkhard Lütticke

Die Nachkriegsjahre 

Nach der bedingungslosen Kapitulation stand das Amt Drolshagen zunächst unter amerikanischer Besatzung. Parteiführer und Beamte, die der NSDAP angehörten, wurden durch die Amerikaner vom Dienst suspendiert. Auch die Lehrer Wilhelm Wibbeke und Regina Stachelscheid in Benolpe wurden vom Dienst suspendiert.

Im Juli 1945 lösen die Engländer die Amerikaner ab. Westfalen gehörte nun zur britischen Besatzungszone.

Die Nachkriegsjahre sind schlimm. Bis sich das Leben wieder völlig normalisiert hat verge­hen noch einige Jahre. Die Unterbringung und Versorgung der vielen Evakuierten aus den Großstädten, wohl an die 1.500 Personen im Amtsbezirk Drolshagen, stellen die noch nicht funktionierenden und provisorisch eingerichteten Behörden vor enorme Probleme. Während viele dieser Evakuierten sich wieder auf den Weg in ihre alte Heimat machten, stellten Anfang 1946 die vielen Hundert Vertriebenen aus den Ostgebieten die Wohnungsämter vor erneute Unterbringungsprobleme. Josef Hesse schreibt in seinem Buch, dass 1946 mehr als 30 % der Wohnbevölkerung nicht aus dem Kirchspiel stammt. Über 500 geben als Geburtsort Wohnplätze jenseits der Oder-Neiße-Linie an.

Seit der Beendigung des Krieges war die Ernährungslage auch bedingt durch den enormen Bevölkerungszuwachs an Vertriebenen aus dem Osten immer kritisch gewesen. Durch den extrem trockenen Sommer des Jahres 1947 verstärkte sich die schwierige Ernährungslage noch zusätzlich. Hinzu kamen die vielen Städter, die mit den sogenannten Hamsterzügen aufs Land hinaus fuhren, um dort Lebensmittel für ihre Familien einzutauschen. Dank der tatkräftigen Hilfe aus dem Ausland, besonders den USA, konnte aber der allerschlimmsten Not abgeholfen werden.

An der Benolper Schule fand seit dem 17.11.1947 die Schulspeisung statt, an der alle Kinder teilnehmen durften, deren Eltern nicht Selbstversorger (also Bauern) waren. Die Schulspeisung wird im Juli 1950 eingestellt.

Mit der von den Westalliierten am 20.06.1948 verfügten Währungsreform tritt dann der Wendepunkt ein. Die Wirtschaftslage stabilisiert und verbessert sich zunehmend.

 


Quellenhinweis: 
Hesse: Geschichte. S. 415 ff.
StaD: Sammlung Schulen 112