Gebietsmäßige Beschreibung

"Benolpe - Geschichte einer Schulgemeinde" von Burkhard Lütticke

Gebietsmäßige Beschreibung

  • Lage

Die Stadt Drolshagen ist die westlichste Kommune des Kreises Olpe, sie liegt im Grenzbereich zum Oberbergischen Land und bildet zugleich den äußersten Südwestrand des alten westfälischen Kernlandes. Im Norden grenzt Drolshagen an die Stadt Meinerzhagen (Märkischer Kreis), im Osten an die Städte Attendorn und Olpe, im Süden an die Gemeinde Wenden. Im Westen befinden sich die zum Oberbergischen Kreis und zum Regierungsbezirk Köln gehörenden Kommunen Reichshof, Bergneustadt und Gummersbach. Die Kammlinie der Wasserscheide zwischen Agger und Bigge markiert einen alten Grenzsaum von kulturhistorischer und vor allem konfessioneller Bedeutung. Heute trennt die Westgrenze der Gemeinde die Landschaftsverbände Rheinland und Westfalen-Lippe sowie die Erzdiözese Paderborn von der Erzdiözese Köln.

 

  • Naturraum

Drolshagen liegt im Südsauerländer Bergland und gehört somit zum rechtsrheinischen Schiefergebirge. Der Mittelgebirgscharakter ist gekennzeichnet durch härtere, verwitterungsresistentere Gesteine, die geschlossene Höhenrücken und einzelne Kuppen bilden, und durch ausgeräumte, flache Senken. Die Geländehöhen liegen zwischen 300 und 500 Metern ü. NN. Im Westen und Süden verläuft die Stadtgrenze, die weitgehend identisch mit der Wasserscheide zwischen Agger (zum Rhein) und Bigge ist, durchgehend auf Höhen von über 420 Metern.

Der Gesteinsuntergrund des Stadtgebietes stammt fast ausschließlich aus dem Devon (Erdaltertum, 350 bis 390 Millionen Jahre vor heute), der sich aus einer eintönigen Wechselfolge von Tonschiefern, Schluff- und Sandsteinen zusammensetzt, die in einzelnen Lagen kalkhaltig sind. Auf dem verwitterten Grauwacke- und Tonschiefergestein konnten sich nur geringmächtig, nährstoffarme Bodendecken entwickeln, deren ackerbauliche Wertigkeit eher gering ist.

Während der variskischen Gebirgsbildung am Ende des Oberkarbon (vor ca. 285 Millionen Jahren) wurde die rund 1.700 Meter mächtige Schichtenfolge gefaltet und anschließend herausgehoben, um bis ins Erdmittelalter hinein abgetragen zu werden.

Im Tertiär (Erdneuzeit) herrschte in Mitteleuropa tropisch-warmes, wechselfeuchtes Klima, was zu tiefgründiger chemischer Verwitterung des Gesteins führte. Flächenhafte Abspülung war die dominierende Erosionsform. Sandsteinrücken wie der Ebbe-Sattel wurden als Härtlingsberge herauspräpariert. Insgesamt führten die Prozesse zur Entstehung einer Rumpfflächenlandschaft.

Im Eiszeitalter (Beginn des Quartärs vor ca. 2 Mio. Jahren) wurde das Sauerland selbst nicht vom Inlandeis bedeckt, unterlag jedoch eisrandlichen Einflüssen. Erst mit Beginn des Quartärs wurde die Tiefenerosion tiefgründig wirksam, was die Anlage der heutigen steilwandigen und tiefen Sohlentäler zur Folge hatte, die sich weit in die Rumpffläche einschnitten. Die spezifischen eiszeitlichen Abtragungsbedingungen schufen die steilen Bergflanken, härtere Gesteine wurden als Rücken herausgebildet, weichere stärker ausgeräumt und auf diese Weise auch das Kleinrelief beeinflusst.

Klimabestimmend sind die Mittelgebirgslage und die vorherrschenden atlantischen Westwinde. Die höchsten mittleren Jahresniederschläge sind westlich der Wasserscheide zwischen Lister und Agger mit über 1.300 mm festzustellen. Weiter Richtung Osten sinken die Jahresniederschläge auf unter 1.200 mm, so dass für das gesamte Stadtgebiet im langjährigen Mittel durchschnittliche Niederschläge in Höhe von 1.220 mm zu verzeichnen sind und ein Dezembermaximum vorhanden ist. Charakteristisch für die vorherrschenden klimatischen Verhältnisse sind neben den hohen Niederschlägen die relativ niedrigen Jahrestemperaturen sowie die oft auftretenden Nebel in feuchten Talsohlen und Quellmulden, in denen Bodenfröste bis in den Monat Juni hinein und wieder ab September auftreten können. Während die mittleren Jahrestemperaturen im Nordosten zwischen 6 und 7° C liegt, steigt sie im Osten auf 7 bis 8° C. Im Januar liegt die mittlere Lufttemperatur zwischen -1 und 0° C, im Juli zwischen 15 und 16° C.

 

Die ehemalige Schulgemeinde Benolpe liegt mit den Ortschaften Gelslingen, Benolpe und Feldmannshof genau an der zuvor beschriebenen Westgrenze des Stadtgebietes.

Bis zur kommunalen Neugliederung im Jahre 1969 gehörten auch Teile der Ortschaften Belmicke und Wörde zur Schulgemeinde Benolpe. Im Zuge dieser kommunalen Neugliederung wurde die Grenze zwischen Belmicke und Drolshagen weiter östlich gelegt. Damit kamen diese Ortsteile zur "Hohen Belmicke" und damit zur Stadt Bergneustadt und zum neuen Oberbergischen Kreis (früher Kreis Gummersbach).

Belmicke war schon immer Grenzort. Hier lag die Gemeindegrenze zwischen Lieberhausen (Die Gemeinde Lieberhausen wurde im Zuge der kommunalen Neugliederung aufgelöst.) und Drolshagen, die Kreisgrenze zwischen dem Kreis Gummersbach und dem Kreis Olpe und die Landesgrenze zwischen Rheinland und Westfalen. Neben der Sprachgrenze und der im benachbarten Wiedenest beginnenden Religionsgrenze befindet sich hier auch eine natürliche Grenze, die oben beschriebene Kammlinie mit Wasserscheide. Diese Kammlinie erstreckt sich von der Breitenhardt bis Wegeringhausen mit der "Wahlert" und über Wörde, Attenbach und Belmicke bis Benolpe mit den Bergrücken des "Arstein", des "Petersberg", des "Windhagen" und des "Hepper". Diese Kammlinie fällt teilweise stark nach Westen ab.

 


Quellenhinweis: 
Günther Becker u.a.: Der Kreis Olpe. S. 55 ff
Alterauge: Die St. Anna Prozession. In: Rundblick der Stadt Drolshagen. Juli 1983

 

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