Hexenwahn

"Benolpe - Geschichte einer Schulgemeinde" von Burkhard Lütticke

Auch die Schulgemeinde Benolpe bleibt vom Hexenwahn nicht verschont

Der ausgesprochene Hexenwahn vom 14. bis zum 17. Jahrhundert war ein sozialpsychologisches Phänomen des Spätmittelalters. Die Gründe lagen im Umbruch der geistigen, religiösen und politischen Verhältnisse, die Unsicherheiten aller Art mit sich brachten. Hinzu kamen Epidemien (Pest), so dass die Menschen die Teufelsherrschaft der erwarteten Endzeit anbrechen sahen.

Für die Ausbreitung und die Exzesse der Hexenverfolgungen hatte die Schrift "Der Hexenhammer" von 1487, abgefasst von den zwei Dominikaner-Mönchen entscheidende Wirkung; sie wurde zum Strafkodex der Gerichtspraxis in Mitteleuropa bis ins 17. Jh. und führte die Denunziation anstelle der Anklage und die Anwendung der Folter und Hexenprobe ein. Der Höhepunkt der Hexenprozesse lag zwischen 1590 und 1630.


In Drolshagen erreichte die Hexenverfolgung ihren traurigen Höhepunkt im Jahr 1591. In diesem Jahr fielen 12 Frauen und Männer aus dem Drolshagener Kirchspiel dem Wahn zum Opfer. Unter diesen Opfern befand sich auch "Peter Bumeke von Bennoilpe". Er wurde auf dem Scheiterhaufen öffentlich verbrannt "off Donnerstagh op Maris Visitatione wahr der 4te Julii". Die Verbrennungen fanden auf dem Drolshagener Marktplatz statt.

1620 wurde Maria, Witwe des Theodor Helffer aus Gipperich, verhört aber nicht hingerichtet.

In den Folgejahren fiel die eine oder andere Person noch dem Wahn zum Opfer. Das letzte Opfer des Hexenwahns in Drolshagen war Peter Hardenacke aus Siebringhausen. Er wurde am 27.11.1692 auf dem Scheiterhaufen am Bratzkopf bei Olpe hingerichtet.

 


Quellenhinweis: 
Börsch: Chronica. S. 32
Scheele: Hexenverbrennung. In: HBO. Jg. 12(1935). S. 56
Hesse: Drolshagen. S. 47